FAQ zu Haus, Projekt und Gruppe

Wer seid ihr? Wir sind aktuell acht Erwachsene, ein Kind und ein Hund, die sich seit 2024 nach und nach zusammengefunden haben, um ein Hausprojekt auf die Beine zu stellen. Die meisten von uns leben schon lange in Leipzig. Wir beobachten hier viele inspirierende Projekte und Häuser, auf der anderen Seite aber auch krasse Gentrifizierung und immer weiter steigende Mieten. Mit unserem Haus wollen wir dazu beitragen, dass die Stadt lebenswert bleibt – und das nicht nur für diejenigen, die es sich leisten können.

Wir haben Erfahrung mit erfolgreicher kollektiver Organisierung und genossenschaftlicher Selbstverwaltung. Zentral ist für uns, ökologisch und sozial nachhaltiges Kollektiveigentum zu schaffen und parallel ein sinnvolles Angebot für die Nachbarschaft über die Ladenfläche und/oder offene Werkstätten.

Das sind unsere Ziele
  1. Wohnraum im Leipziger Westen vergemeinschaften und und dauerhaft vom Mietmarkt nehmen.
  2. Das Haus nachhaltig sanieren und dabei die erhaltene Bausubstanz bewahren.
  3. Als selbstverwaltete Hausgemeinschaft langfristig sicher im Haus wohnen.
  4. Aktiv unsere Nachbarschaft und die Stadtpolitik mitgestalten.
  5. Einen Ort der gelebten Solidarität in unserem Zuhause und in unserem Umfeld schaffen.

Wofür steht WOKO? WOKO ist kurz für den “Wohnkooperative e.V.”, unseren Hausverein. Der Name steht wiederum für das, was wir vorhaben: ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, das wir als Gruppe gestalten. Von der ersten Organisation über die Sanierung bis zur zukünftigen Nachbarschaft im Haus orientieren wir uns an unseren Bedürfnissen, Wünschen und politischen Ansprüchen. Und am Ende wollen wir nicht nur das gute Leben für uns, sondern ein aktiver Teil des Viertels sein. [Mehr zu unserem Leitbild erfahrt ihr hier.]

Wie soll euer Haus aussehen? Wir planen unser Projekt in einem denkmalgeschützten Altbauhaus im Stadtteil Leipzig-Leutzsch. Das Haus wurde im Jahr 1910 gebaut und hat seitdem einiges mitgemacht. Das darf man ihm ansehen, aber rund um Dielenboden, Holzfenster und historischen Wand- und Deckenschmuck wollen wir es jetzt energetisch sanieren und wohnlich machen.

Weil das Haus ein Altbau ist, können wir keine ganz neuen Raumkonzepte für gemeinschaftliches Wohnen entwickeln, sondern arbeiten mit der vorhandenen Substanz: Auf drei Etagen und im Erdgeschoss entsteht Wohnraum für WGs, Familien und Paare und Gemeinschaftsraum für alle zusammen. Dazu hat das Haus einen Garten im Hinterhof.

Was bedeutet es, das Haus zu vergemeinschaften? In unserem Haus sollen keine Eigentumswohnungen entstehen und wenn es nach uns geht, soll niemand jemals wieder die Möglichkeit haben, den Wohnraum gewinnbringend zu verkaufen oder zu vermieten. Darum gründen wir eine gemeinsame Rechtsform, der das Haus gehören soll – das ist zunächst der Wohnkooperative e.V. und perspektivisch eine GmbH oder Genossenschaft. Über unsere Satzung und die künftigen Gesellschafts- bzw. Genossenschaftsanteile holen wir außerdem einen sogenannten Wächter ins Boot: einen anderen Verein, der in puncto Immobiliengeschäfte Veto-Recht hat. Sollten wir aus welchen Gründen auch immer doch auf die Idee kommen, das Haus zu verkaufen, würde der Wächter dagegen stimmen und unser Immobiliengeschäft platzen.

Für uns als Bewohner*innen des Hauses bedeutet das, dass wir nicht die Eigentümer*innen der Wohnungen sind, sondern einen Mietvertrag bei unserer GmbH bzw. Genossenschaft haben. Es gibt also auch keine Möglichkeit, dass einzelne im Alleingang Profit mit der Immobilie machen.

Wie hoch wird die Miete? Ein Zimmer im Haus wird, je nach Größe und Wohnung, zwischen 400 und 500 € kosten. Wer ein kleines Zimmer hat und viel Fläche teilt, zahlt weniger, wer in einer großen Wohnung mit viel Privatraum wohnt, mehr. Wir wissen, dass die Preise sich im mittleren bis oberen Bereich bewegen. Deshalb gibt es zusätzlich ein Soli-Modell, bei dem Bewohner*innen, die aktuell mehr zahlen können und wollen, die Mieten von anderen abfedern.

::: warn Genaue Summen sagen wegen Transparenz? Nochmal checken, was die genauen Summen sind!

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Warum tut ihr euch das alles an? Jahrelange Planung, dann die Baustelle, absurde Geldsummen, ständig Plenum und das alles, um am Ende zur Miete in WGs zu wohnen? – Auf jeden Fall! Ein Haus in Leipzig vom Immobilienmarkt zu nehmen, es zu bewohnen, ohne von profitorientierten Vermieter*innen abhängig zu sein, und es nach unseren Vorstellungen zu verwalten, ist uns den Aufwand und die Kosten komplett wert. Und: Würden die vielen Plena und die ganze Arbeit nicht auch ‘ne ganze Menge Spaß machen, hätten wir nicht bis hierhin durchgehalten.

Kann ich bei euch mitmachen?

Ja! Aktuell sind noch ein paar WG-Zimmer frei. Schreibt uns an, dann können wir uns kennenlernen und weitersehen.

Du hast Lust bekommen uns zu unterstützen? Du hast weitere Fragen zum gemeinschaftlichen Kauf, oder möchtest uns unterstützen? Dann melde dich direkt bei uns!

hallo@woko-leipzig.de